Aminosäuren

Gesund und vital mit Aminosäuren

L-Glutamin

L-Glutamin ist mit einem hohen Anteil in der Blutbahn enthalten und von großer Bedeutung für verschiedene Prozesse im Körper. Hohe Konzentrationen der Aminosäure finden sich vor allem im Leber-, Lungen-, Magen- und Hirngewebe sowie in der Skelettmuskulatur. Bekannt ist die Aminosäure aus dem Kraftsport und Bodybuilding. Doch L-Glutamin wird auch zur Stärkung des Immunsystems und sogar bei Krebstherapien erfolgreich eingesetzt.

Was ist L-Glutamin?

L-Glutamin gehört zu den nicht essentiellen Aminosäuren und kann somit selbst vom Körper hergestellt werden. Dabei erfolgt die Synthese hauptsächlich im Gehirn, Lunge, Leber und Niere. Damit der Körper L-Glutamin bilden kann, werden weitere Aminosäuren wie Isoleucin und Valin benötigt.

Welche Aufgaben übernimmt L-Glutamin im Körper?

L-Glutamin findet sich vorwiegend in den Muskelzellen, um dort die Wassereinlagerungen in den Zellen zu steuern. Während einer Trainingseinheit bewirkt die Aminosäure eine Steigerung des Zellvolumens, sodass der Muskelaufbau und die Fettverbrennung positiv beeinflusst werden. Durch das vergrößerte Zellvolumen werden vermehrt Glykogen und Proteine produziert, um den Muskelaufbau (Anabolismus) zu fördern. Hierdurch wird der Körper auch vor einem Muskelabbau geschützt. Ebenso hat auch die erhöhte Produktion von Glykogen einen positiven Effekt, da automatisch auch die Energiereserven erhöht werden.

Ein weiteres Einsatzgebiet von L-Glutamin befindet sich im Nervensystem, da die Aminosäure der Glutaminsäure ähnelt. Wurden Nervenzellen gereizt, muss der Neurotransmitter in bestimmte Neuronen zurückgeführt werden, wozu er in Glutamin umgewandelt wird. Eine ungewollte neue Nervenzellerregung kann somit verhindert werden. Aus dem Glutamin wird dann im Anschluss wieder Glutaminsäure erzeugt.

Da L-Glutamin ein wichtiger Baustein unterschiedlicher Neurotransmitter ist, soll die Aminosäure maßgeblich die Gehirnleistung verbessern und die Konzentrationsfähigkeit steigern. Außerdem sorgt die Aminosäure für einen erholsamen Schlaf.

Darüber hinaus besitzt L-Glutamin auch ein antioxidatives Potenzial und schützt so vor freien Radikalen und der Zellzerstörung. Zudem reguliert L-Glutamin den Säure-Base-Haushalt im Körper und sorgt somit für den reibungslosen Ablauf der Stoffwechselprozesse.

Wie wird L-Glutamin in der Medizin angewendet?

Die sich schnell vermehrenden Zellen des Immunsystems sind auf eine Versorgung mit L-Glutamin angewiesen, weshalb die Aminosäure häufig im Rahmen von medizinischen Behandlungen und vor Operationen verordnet wird. Beispielsweise erfolgt eine L-Glutamin-Gabe vor Knochenmarktransplantationen.

Auch in der Krebstherapie wird L-Glutamin eingesetzt. Mehrere Studien haben gezeigt, dass bei Tumorerkrankungen eine gezielte Glutamingabe den Stoffwechsel sowie die gesamte klinische Situation verbessern kann.

Darüber hinaus fungiert L-Glutamin als Energiesubtrat für die Zellen im Verdauungstrakt. Aus diesem Grund trägt die Aminosäure zur Zellerneuerung und -regeneration bei. Auch die Darmresorptionsfähigkeit wird positiv beeinflusst. Die medizinische Anwendung findet deshalb häufig bei Autoimmunerkrankungen des Magen-Darm-Traktes (z. B. Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa) statt, da diese in der Regel mit einer verringerten Durchlässigkeit der Darmwand einhergehen. So kann L-Glutamin die Darmwand stabilisieren und die Vitalstoffversorgung verbessern.

Welche Lebensmittel enthalten L-Glutamin?

Ein wichtiger L-Glutamin-Lieferant ist herkömmlicher Speisequark, der viele wichtige Aminosäuren enthält. Um jedoch den Bedarf an L-Glutamin zu decken, müssten täglich 300 bis 500 Gramm Quark verzehrt werden, weshalb oftmals auf hochwertige Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen wird.

Weitere natürliche Quellen von L-Glutamin sind

  • Weizen
  • Soja
  • Kartoffeln sowie
  • rohes und geräuchertes Fleisch.

Auch in Milch und Joghurt ist die Aminosäure enthalten, jedoch nur in geringem Maße.

Welche Nebenwirkungen können bei der L-Glutamin-Einnahme auftreten?

Typische Überempfindlichkeitsreaktionen bei der Einnahme von L-Glutamin-Präparaten sind Hautrötungen und Hautkribbeln. Bei einer zu hohen Dosierung können Magen- und Darmbeschwerden in Form von Blähungen, Durchfall, Übelkeit und Verstopfung auftreten. Weitere mögliche Symptome sind Unruhe und Schlafstörungen.

Worauf ist bei der L-Glutamin-Dosierung zu achten?

Die Dosierung des L-Glutamins in Kapsel- oder Pulverform richtet sich nach dem Verwendungszweck. Grundsätzlich ist den Dosierungsangaben des jeweiligen Herstellers zu folgen.

Kraftsportler nehmen beispielsweise zum Muskelaufbau zwischen 10 und 20 Gramm über den Tag verteilt zu sich. Wird L-Glutamin gezielt zum Muskelaufbau eingesetzt, so bietet sich die Einnahme vor dem Schlafengehen und jeweils nach einer Trainingseinheit an. Vor dem Schlafengehen sorgt L-Glutamin dafür, dass der Muskelaufbau nachts angekurbelt wird und nach einer Trainingseinheit der Vorbeugung gegen den Muskelabbau.

Bevor höhere Dosen eingenommen werden, ist es ratsam, erst einmal niedrige Dosen zu supplementieren, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Welche Symptome treten bei einem L-Glutamin-Mangel auf?

Bei metabolischen Krankheitszuständen, nach schweren Operationen oder auch Verletzungen (z. B. Verbrennungen) kann häufig ein Mangel an L-Glutamin nachgewiesen werden, sodass eine zusätzliche Zufuhr der Aminosäure empfehlenswert ist. Ebenso können Infektionen und Leistungssport zum Anstieg des L-Glutamin-Bedarfs führen.

Bei einer nicht ausreichenden Versorgung mit der Aminosäure können Funktionsstörungen im Verdauungstrakt, Immunschwächen und eine verzögerte Wundheilung auftreten, die die Lebensqualität negativ beeinflussen. Weitere Anzeichen können auf einen L-Glutamin-Mangel hinweisen:

  • Abbau von Muskelmasse
  • Verlangen nach Zucker oder Alkohol
  • unausgeglichener pH-Haushalt
  • Schmerzen im Bereich der Leber
  • Verwirrung

Liegt ein schwerwiegender Mangel vor, riecht der Urin nach Ammoniak.

Vorteile von L-Glutamin auf einen Blick

Die Vorteile von L-Glutamin und der Wirkung auf den menschlichen Körper ist vielfältig, weshalb die Aminosäure in vielen Bereichen angewendet wird:

  • Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Unterstützung des Stoffwechsels
  • Förderung des Muskelaufbaus
  • Bekämpfung von freien Radikalen
  • Verbesserung der Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit
  • Verbesserung der Darmresorptionsfähigkeit
  • Stabilisierung der Darmwände